Fondsgesellschaften ergreifen drastische Mittel

Die Finanzkrise hat die Branche der Fondsverwalter erfasst und zwingt die Gesellschaften in einen harten Sparkurs. Nachdem bereits verschiedene offene Immobilienfonds unter der Last der Krise eingeknickt sind und aufgrund hoher Mittelabflüsse geschlossen werden mussten, greifen die Auswirkungen mittlerweile noch tiefer und sogar auf die Struktur der Unternehmen über. Zwar wirken etwa Immobilienfonds „auch in Zeiten der Finanzkrise als Hort der Stabilität und federn die dramatischen Verluste anderer Bereiche hervorragend ab“, wie Andreas Fink, Sprecher des Bundesverbands Investment und Asset Management (BVI), im Gespräch betont. Die Jahre eines starken Personalaufbaus bei Fondsgesellschaften scheinen jedoch vorerst zu Ende.
Da der Gewinn von Fondsanbietern direkt in Zusammenhang mit der Höhe des verwalteten Anlagevermögens steht, setzen der Branche Panik und Unsicherheit an den Finanzmärkten immer deutlicher zu. So wird die Managementgebühr für Fondsverwalter aus dem Kundenvermögen nach jährlichen Prozentsätzen behoben, schrumpft also gleichzeitig mit der Abwanderung von Anlegern und ihrem investierten Kapital. Auf diese Entwicklung mit Personalabbau zu reagieren, stellt bei Fondsunternehmen derzeit noch eine Ausnahmesituation dar. Mit Fidelity International hat jedoch die erste Gesellschaft bereits derartige Schritte angekündigt, wie das Handelsblatt berichtet. „Nach den schwarzen Oktobertagen müssen wir im einstelligen Prozentbereich abbauen“, so ein Sprecher von Fidelity Deutschland.

Beschränkt sich der Sparkurs bei den meisten Fondshäusern noch auf die Kürzung von Sachkosten oder Boni für Mitarbeiter, plant Fidelity neben Deutschland etwa in Spanien oder Großbritannien zwischen zehn und 30 Prozent der Mitarbeiter zu entlassen. In den USA sei innerhalb der Branche bereits eine Tendenz zu weitreichenderen Stellenabbau-Maßnahmen zu erkennen.

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat unterdessen sechs Fonds liquidiert. Es sei „unter den gegebenen Umständen“ nicht möglich gewesen, die betroffenen Subfonds noch effizient und wirtschaftlich weiterzuführen, berichtet das Schweizer Fernsehen. Wegen hoher Kapitalabflüsse seien die Fonds für eine rentable Weiterführung zu klein geworden. Die Verunsicherung der Kunden führe jedoch quer über alle Anbieter und Produkte zu großen Abflüssen. Für den betroffenen Fonds „Target Return“ gibt es vonseiten der Bank weder eine Garantie noch einen garantierten Kapitalschutz. „Die außerordentlichen Geschehnisse an den Finanzmärkten haben die Situation in den letzten Monaten drastisch verändert. Wir sind zur Zeit Zeugen von nie zuvor erlebten Verwerfungen in den globalen Märkten“, so die Bank.

via pressetext

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