Saab stellt Insolvenzantrag

Der schwedische Autohersteller Saab hat Insolvenz angemeldet. Die wilden Spekulationen um die Zukunft der angeschlagenen General-Motors-Tochter (GM) sind damit vorerst beantwortet. “Wir haben alle möglichen Optionen überprüft und werden das weiterhin tun, um die Finanzierung sicherzustellen oder Saab zu verkaufen. Wir haben beschlossen, dass eine Reorganisation der beste Weg ist, um eine wirklich unabhängige Einheit zu schaffen, die attraktiv ist für Investoren”, erklärt Saab-Direktor Jan-Ake Jonsson. Medienberichten nach ist der Gläubigerschutz zur Reorganisation angemeldet worden, wonach Saab vorerst unabhängig werden soll. Demzufolge sei derzeit geplant, die Produktion bei Saab weiterlaufen zu lassen.

Ähnlich der deutschen GM-Tochter Opel war das Unternehmen angesichts der Autokrise schwer ins Strudeln geraten. Während sowohl seitens General Motors als auch der schwedischen Regierung jegliche Rettungsmaßnahmen ausblieben, seien bereits Geheimgespräche mit den Deutschen aufgenommen worden. Eine engere Kooperation der Schwesterunternehmen Opel und Saab stellt derzeit die naheliegendste Option für eine Rettung der beiden Konzerne dar. Die Verhandlungen dahingehend würden derzeit unter Hochdruck, aber ohne Beteiligung von GM geführt. Eine Bestätigung möglicher Fusionsgespräche blieben auf Anfrage von pressetext bis Redaktionsschluss dieser Meldung (10:14 Uhr) aus.

Die Insolvenz der schwedischen Marke hatte sich den brancheninternen Spekulationen der vergangenen Tage zufolge bereits abgezeichnet. Dem Antrag war eine geheime Aufsichtsratssitzung vorausgegangen, die heute, Freitagmorgen, mit einem Beschluss des Kontrollgremiums zum Gläubigerschutz endete. Die Unterlagen seien bereits an ein schwedisches Gericht übermittelt worden. Im vergangenen Jahr erzielte der Autobauer einen Absatz von 94.000 Modellen. Aufgrund ständiger Verluste gilt der 4.000 Mitarbeiter zählende Konzern seit mehreren Jahren als Sorgenkind des selbst stark angeschlagenen US-Autokonzerns GM. So hat der vormals weltweit größte Autohersteller vor wenigen Tagen ein Sanierungskonzept vorgelegt, das den Abbau von 47.000 Arbeitsplätzen sowie Werksschließungen und weitere Finanzspritzen vorsieht. Das Schicksal der europäischen Töchter blieb darin weitgehend offen.

via pressetext


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